Ursachen von Erektionsstörungen | Hilfe bei Erektionsproblemen
Impotenz verstehen: Problematik und Ursachen | Wissenswertes über Erektionsstörungen

Ursachen von Erektionsstörungen

Möglicherweise fällt es Ihnen schwer, über Erektionsprobleme zu reden. Das Problem tritt jedoch viel häufiger auf, als Sie denken. Gut möglich, dass der Mann neben Ihnen im Bus an Erektionsstörungen leidet. Oder vielleicht fragt sich die Frau daneben, wie sie ihrem betroffenen Partner helfen kann. Erfahren Sie mehr über die Ursachen von Erektionsstörungen. Vor allem welcher Zusammenhang mit körperlichen Ursachen und Erkrankungen besteht. 

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Was versteht man unter einer Erektilen Dysfunktion / Erektionsstörung?

Die Erektile Dysfunktion bzw. Erektionsstörung bezeichnet einen Zustand, in dem ein Mann entweder keine Erektion bekommen oder aufrechterhalten kann, um Geschlechtsverkehr zu haben. Ebenfalls dafür verwendet wird der Begriff der Impotenz. Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie auch körperliche Ursachen nicht ausschließen. Bei etwa 80% der Betroffenen liegt ein körperliches Problem zugrunde.1 Denken Sie daran, dass solche Ursachen nichts damit zu tun haben, wie attraktiv Ihr Sexualpartner für Sie ist. Ein Mangel an Erregung oder sexueller Attraktivität sind nicht das Problem.

Körperliche Ursachen für Erektionsstörungen

  • Verletzungen, z. B. Gehirn-, Rückenmarks-, Becken- oder Penisverletzung
  • Eine Erkrankung, z. B. Diabetes, Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Peyronie Krankheit – Bei der Peyronie-Krankheit (auch Induratio Penis Plastica) kommt es zu einer Krümmung des erigierten Penis aufgrund einer Gewebeverdickung, die den Penis an einer Seite zusammenzieht.
  • Eine Operation, z. B. Entfernung der Prostata
  • Drogenkonsum, z. B. Rauschgift, Alkohol
  • Medikamente, z. B. zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schmerz- oder Beruhigungsmittel
  • Wechselwirkungen bei Einnahme von PDE-5-Hemmern mit anderen Medikamenten

Erkrankungen als Ursache von Erektionsstörungen

Erektionsstörungen können u. a. durch Erkrankungen verursacht werden, die die Durchblutung und die Nervenfunktion beeinträchtigen. Wenn eine medizinische Ursache der Grund für Ihre Erektionsprobleme ist, gibt es verschiedene Behandlungsoptionen, die Sie mit Ihrem Arzt in Erwägung ziehen können. Diese unterscheiden sich von der Behandlung bei psychologischen Ursachen, z. B. wenn Ihre Erektionsprobleme durch Stress verursacht werden. Eine gezielte Möglichkeit kann in dem Fall auch die Beratung durch einen Sexualtherapeuten sein.

Diabetes

Diabetes kann Schäden an den Nerven, Blutgefäßen und der Muskulatur zur Folge haben. Diese können sich durch Schmerzen, Taubheit oder Gefühlsverlust in den Händen und Füßen äußern.2 Diese Beschwerden können auch zu Erektionsproblemen führen, da die Nervensignale und die Blutzufuhr ein notwendiger Bestandteil des Vorgangs zur Erlangung einer Erektion sind.

Ein Frühwarnsignal für Herzprobleme?

Erektionsstörungen sind bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) stark verbreitet. Sexuelle Probleme zeigen sich für gewöhnlich bereits vor dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sollten daher als Frühwarnsignal betrachtet werden. Ebenso besteht bei Patienten mit einer bereits zuvor bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein höheres Risiko für Erektionsstörungen.3

Wenn Sie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bei sich vermuten, kontaktieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Kardiologen. 

Erfahren Sie mehr über Erektile Dysfunktion & Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Prostatakrebs

Prostatakrebs  wird nicht als Ursache für Erektionsstörungen angesehen. Durch die Prostatakrebs-Therapien, darunter Strahlenbehandlung, Hormontherapie und Prostata-Operationen (z.B. die radikale Entfernung der Prostata) können aber Nerven beschädigt werden, die bei der Erektion eine wichtige Rolle spielen. Mitunter ist die Erektile Dysfunktion im Zusammenhang mit der Behandlung bei Prostatakrebs nur vorübergehend. Es gibt jedoch viele Männer, die unter anhaltenden Schwierigkeiten leiden und bei denen Therapien in Frage kommen.

Ihre Fähigkeit, einen Orgasmus zu empfinden, steht nicht in Verbindung mit der Prostata und selbst ein Mann mit einer radikalen Prostataentfernung kann noch einen trockenen Orgasmus ohne Ejakulation (Samenerguss) haben. Solange Sie eine normale Berührungsempfindung über die Haut haben, können Sie mit der richtigen sexuellen Stimulation nach wie vor einen Orgasmus empfinden.

Nierenerkrankung

Hormone, Blutzufuhr sowie Teile des Nervensystems müssen zusammenwirken, um eine gesunde Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Eine Nierenerkrankung kann jedoch alle der vorgenannten Faktoren beeinflussen.

Neurologische Probleme

Parkinson, Alzheimer und MS (Multiple Sklerose) können mit Erektionsstörungen einhergehen, da alle genannten Krankheiten, die Fähigkeit des Gehirns beeinträchtigen, die das sexuelle Verlangen beeinflussen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um Ihre persönlichen Ursachen besser zu verstehen. Im Gespräch kann Ihnen die richtige Behandlung empfohlen werden, damit Sie wieder zu einem befriedigenden Sexualleben zurückfinden können.

Quellen

  1. Khera M, Goldstein I. Erectile dysfunction. BMJ Clin Evid. 2011 Jun 29;2011. pii: 1803. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3217797/
  2. Diabetic Neuropathy. https://www.mayoclinic.org/diseasesconditions/diabetic-neuropathy/symptoms-causes/syc-20371580 Accessed 2/2/2018.
  3. Gandaglia G, Briganti A, Jackson G et al. A systematic review of the association between erectile dysfunction and cardiovascular disease. Eur Urol. 2014 (65):968-978.
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